Hallo Frau
Riesener,
ich habe heute
wie wahrscheinlich viele andere Menschen auch den Artikel in der Hertener
Allgemeinen gelesen.
Sofort kamen Erinnerungen
an jenen Abend wieder hoch. Ich möchte Ihnen gern schreiben, wie ich jene Tage
im Gedächtnis behalten habe.
Ich wohne seit
es mich gibt in Westerholt, also seit 1958. Ich glaube es war ein
Freitagnachmittag, als hier alle Sirenen heulten und Minuten später eine Lawine
von Blaulichtautos Richtung der Großfleischerei Herta-Schweißfurth rasten.
Da ich nicht
allzu weit davon entfernt wohne, nahm ich mein Fahrrad und fuhr dorthin.
Flammen schlugen aus dem Gebäude. Einsatzkräfte aus ganz Herten und den
umliegenden Gemeinden waren vor Ort.
Als der Einsatz
noch in vollem Gange war, verließen einige Feuerwehrautos ziemlich hektisch das
Herta-Gelände. Es machten sich Nachrichten breit, dass im Nachbarort Marl ein
Zugunglück passiert sein soll.
Ich radelte
wieder heim und im Fernsehen wurde auch ziemlich zeitnah aus Marl berichtet.
Damals noch in Schwarzweiß und kein RTL-Reality-Action-TV. Sondern ganz
nüchtern und sachlich. Zwei oder drei Tage später fuhr ich mit meinem Vater
nach Oer. Als wir die Bahnhofsbrücke Victoriastraße kreuzten, sagte er mir,
dass hier das Zugunglück war.
Ich kannte bis
dahin kaum mehr von Marl als die Langehegge und die beiden Krankenhäuser.
1974 wechselte
ich zur Marler Hans-Böckler-Schule. Ein neuer Schulkollege war noch nach einem
Jahr sehr mitgenommen von dieser Nacht in Sinsen. Er war damals beim THW
als Freiwilliger aktiv und dies war sein erster großer Einsatz. Ich weiß
noch wie heute wie er seine Eindrücke schilderte. Leider haben wir uns aus den
Augen verloren.
Das Unglück
wurde allerdings am nächsten Tag aus den Nachrichten verdrängt weil am Folgetag
in Israel der Yom-Kippur-Krieg ausbrach.
Liebe Frau
Riesener, ich kann sehr gut nachempfinden, was damals und in all den Jahren
später in ihnen vorgegangen ist. Mein Vater war beruflich sehr viel
unterwegs und als ich 13 Jahre alt war, erschien eines Tages die Polizei
und sagte, dass er einen schweren Verkehrsunfall in Süddeutschland
hatte. Gott sei Dank hatte er Glück und überlebte schwerverletzt. Aber den
Wortwechsel der Polizisten mit meiner Mutter werde ich nie vergessen.
Die Feuerwehr
Herten-Scherlebeck schreibt auf ihrer Internetseite einen kurzen Bericht über
diesen Abend.
Ich wünsche
Ihnen alles Gute und viel Glück für die Aufarbeitung und ihr Vorhaben. Es würde
mich freuen, wenn meine Zeilen hierbei Sie etwas weiter
gebracht haben.
Mit freundlichem
Gruß - Best regards :-)
Ludger R.
Liebe Frau
Riesener,
zufällig habe
ich heute den Zeitungsbericht über das Zugunglück in Sinsen gelesen. Obwohl ich
in Borken wohne, kenne ich die Brücke in Sinsen recht gut, da ich in Marl
arbeite.
Mein
verstorbener Vater - Hobbyeisenbahner - ist damals von Bielefeld aus nach Sinsen
gefahren und hat das Unglück fotografiert.
Diese Farbdias
habe ich noch immer aufbewahrt; es sind etwa 5-6 Stück, und wenn Sie an diesem
Bildmaterial Interesse haben, so würde ich mich freuen von Ihnen zu hören. Mit
freundlichem Gruß, Erich K.
Sehr
geehrte Frau Riesener,
der Bericht in der Recklinghäuser Zeitung hat mich sehr berührt. Ich wünsche Ihnen auf Ihrem, wie ich finde, richtigen Weg alle Gute. Vor allem, dass Sie mit Ihrem Bruder wieder in Kontakt treten können. Ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll. Das ist das erste Mal, dass ich so etwas mache, aber ich habe seltsamerweise sofort eine Nähe gefühlt. Total merkwürdig irgendwie. Aber ich habe das Gefühl, dass Sie trotz Ihrer schweren Lebensgeschichte eine total starke Frau sind, die ihren Weg gehen wird.
Ich wünsche Ihnen auch den Mut und die Kraft, die Sie sicher dafür benötigen.
Mit freundlichen Grüßen
der Bericht in der Recklinghäuser Zeitung hat mich sehr berührt. Ich wünsche Ihnen auf Ihrem, wie ich finde, richtigen Weg alle Gute. Vor allem, dass Sie mit Ihrem Bruder wieder in Kontakt treten können. Ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll. Das ist das erste Mal, dass ich so etwas mache, aber ich habe seltsamerweise sofort eine Nähe gefühlt. Total merkwürdig irgendwie. Aber ich habe das Gefühl, dass Sie trotz Ihrer schweren Lebensgeschichte eine total starke Frau sind, die ihren Weg gehen wird.
Ich wünsche Ihnen auch den Mut und die Kraft, die Sie sicher dafür benötigen.
Mit freundlichen Grüßen
Anette
G.
Hallo
Frau Riesener,
wir haben damals auf Schrödershof gewohnt als dieses furchtbare
Unglück geschah. Mein Bruder Lothar und unser Vater waren als erste am
Unglücksort.
Unser Vater ist tot, aber mein Bruder ist ein sehr netter Mensch. Er
kann Ihnen bestimmt weiter helfen.
Lothar H. Telefon XXXX
Ich wünsche Ihnen alles Gute Brigitte N.
wir haben damals auf Schrödershof gewohnt als dieses furchtbare
Unglück geschah. Mein Bruder Lothar und unser Vater waren als erste am
Unglücksort.
Unser Vater ist tot, aber mein Bruder ist ein sehr netter Mensch. Er
kann Ihnen bestimmt weiter helfen.
Lothar H. Telefon XXXX
Ich wünsche Ihnen alles Gute Brigitte N.
Liebe Frau
Riesener,
heute sende ich
Ihnen unaufgefordert die 5 Fotos zu, die mein Vater vom Zugunglück gemacht hat.
Da es Dias im Format 6x6 sind, ist ein Abscannen wie bei Kleinbildformat leider
nicht möglich. Daher habe ich die Bilder projiziert und mit der Digitalkamera
abfotografiert, damit Sie schon mal vorab sehen, um welche Fotos es sich
handelt und ob Sie diese gebrauchen können. Wenn ja, dann müsste man sie zu
einem Fotografen bringen, der echte Abzüge machen kann oder sie fachmännisch
digitalisiert. Ich hoffe, dass Sie bei Ihren Recherchen Erfolg haben und ein
gutes Konzept für Ihr Buch entwickeln.
Sie können mich
jederzeit anrufen, auf meine Sprachbox sprechen oder mir eine Mail schicken.
Ich freue mich
darauf. Viele Grüße, Erich K.
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