Sehr geehrte Frau Riesener,
meine Mutter hat mir einen Artikel ihrer Lokalnachrichten gegeben, der an das Zugunglück in Sinsen vor 30 Jahren erinnert.
Es tut mir Leid, dass Sie ein so schlimmes Schicksal erlitten haben. Da ich im hinteren Teil dieses Zuges gesessen habe, bin ich mit dem Schrecken davon gekommen. Der hat mich allerdings jahrelang auf vielen Bahnfahrten, die ich aus beruflichen Gründen machen musste, nie verlassen.
Wenn ich Ihnen etwas erzählen kann, dürfen Sie gern mit mir in Verbindung treten; allerdings habe ich - wie gesagt vom eigentlichen Unglück nicht allzu viel mitbekommen. Mit freundlichen Grüßen Tom H.


Ein Brief von Johannes W. :
Meine Erinnerungen an das Zugunglück in Marl-Sinsen vom 5.Oktober 1973:
Das Geheule der Sirenen der Rettungskräfte hörte einfach nicht auf. Aber keiner wusste genau was los war. Erst am nächsten Morgen konnten wir die Ausmaße der Katastrophe erkennen. Die Unterführung an der B 51 war weiträumig gesperrt. Über der Brücke ragte ein großer Kran, der 2 Wagons des D-Zuges hoch am Haken hatte. Viele Schaulustige (mindestens 100 Personen) hatten sich in der Nähe eingefunden und standen an den Absperrungen.
Die Lokomotive des Güterzuges aus Richtung Recklinghausen kommend, hatte sich in der Nähe eines Strommastes tief in das Erdreich gebohrt, dass nur noch die Seitenfenster heraus schauten.
Wäre dieser Mast umgestürzt, wäre die Katastrophe noch größer geworden, denn in Marl-Sinsen war zu der Zeit ein großes Umspannwerk der Bundesbahn, das von der Überlandleitung versorgt wurde.
Die Dias, die ich Ihnen übergeben möchte sind noch einen Tag später gemacht worden. Da war die Brücke oben schon frei und der große Kran wurde schon abgebaut. Auf dem Dia mit der Brückenböschung und dem Strommasten, hat sich hinter dem Masten die Lokomotive eingegraben. Leider nicht im Bild.
Mit freundlichen Grüßen
Johannes W.

Guten Tag Frau Riesener
ich habe in der Marler Zeitung Ausgabe Samstag 28.02.2009 den Artikel " Ich mache niemanden einen Vorwurf " gelesen. Ich war seit 1971 - 2003 bei der Hauptwache der Feuerwehr Marl beschäftigt. Am Tag des Unglückes hatte ich Dienstfrei. Um ihre Nachfragen zum damaligen Einsatzgeschehen und Einsatzablauf aus der Sicht der Feuerwehr Marl würde ich Ihnen vorschlagen, dass Sie Einsicht nehmen.
a.) Zu jedem Einsatz wird ein Einsatzbericht geschrieben.
b.) Für jeden Tag wir das Einsatz-Tagebuch geschrieben.
Soweit ich mich noch erinnern kann, befinden sich die Tagebücher und Einsatzberichte an der Feuerwehr Marl. Rufen sie die Feuerwehr Marl an und lassen Sie sich mit dem Hr. Peter B. verbinden u. fragen nach ob sie die Einsatzberichte u. Tagebücher einsehen können. Er ist der Leiter der Feuerwehr Marl.
Der damalige Einsatzleiter Hr. Franz B. ist vor einem Jahr verstorben.
Eventuell kann ich bei den älteren Feuerwehrkameraden nachfragen ob sie an diesem Unglückstage Dienst hatten und sie sich an bestimmte Dinge erinnern können. Eine weitere Quelle wären die Einsatzberichte der Polizei Marl bzw. des Polizeipräsidium Recklinghausen. Haben sie noch Fragen, schreiben Sie mir.
Zum Schreiben Ihres Buches wünsche ich Ihnen viel Erfolg.
Sollte das Buch erscheinen würde es mich freuen eines zu erwerben.
Mit freundlichen Grüßen aus Haltern am See Heribert N.


Guten Tag Frau Riesener,
mein Onkel Ferdinand A. hat damals den "Knall" gehört und war auch an der Unfallstelle, die nur wenige Meter von seinem Wohnort liegt. Er wohnt heute immer noch dort. Er müsste ihnen vielleicht etwas erzählen können,
seine Telefonnummer lautet: XXXXXX
Er dürfte auch weitere Augenzeugen kennen. Ich selbst war erst Wochen später dort.
Freundliche Grüße
MICHAEL B.





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