E-Mail
vom 13.Oktober 2009:
Hallo Iris!
Ich freue mich sehr für dich, dass du Dein Buch fast komplett abgeschlossen hast.
Ich finde es beeindruckend wie du fast dein ganzes Leben lang mit
so einer schwierigen Situation umgehen kannst und trotzdem so ein fröhlicher
Mensch bist!!!
Ich gebe ja zu dass ich nicht alles gelesen habe, aber sobald dein Buch
erscheinen wird, verspreche ich dir es mir zu kaufen und mit Freude von
dir signieren zu lassen.
Du hast dir die ganze Mühe nicht umsonst gemacht.
Dein Leben hat sich privat und auch beruflich in letzter Zeit sehr positiv
geändert und ich kenne keinen Menschen, dem ich das mehr als dir gönnen
würde dass alles so klasse läuft wie zurzeit!!!
Ich drücke dir für Deine Zukunft ganz ganz fest die Daumen!!!
Und verspreche mir bitte eins, bleib so wie Du bist, ein wundervoller Mensch!!!
Dein Arbeitskollege
Thomas
Ich freue mich sehr für dich, dass du Dein Buch fast komplett abgeschlossen hast.
Ich finde es beeindruckend wie du fast dein ganzes Leben lang mit
so einer schwierigen Situation umgehen kannst und trotzdem so ein fröhlicher
Mensch bist!!!
Ich gebe ja zu dass ich nicht alles gelesen habe, aber sobald dein Buch
erscheinen wird, verspreche ich dir es mir zu kaufen und mit Freude von
dir signieren zu lassen.
Du hast dir die ganze Mühe nicht umsonst gemacht.
Dein Leben hat sich privat und auch beruflich in letzter Zeit sehr positiv
geändert und ich kenne keinen Menschen, dem ich das mehr als dir gönnen
würde dass alles so klasse läuft wie zurzeit!!!
Ich drücke dir für Deine Zukunft ganz ganz fest die Daumen!!!
Und verspreche mir bitte eins, bleib so wie Du bist, ein wundervoller Mensch!!!
Dein Arbeitskollege
Thomas
E-Mail
vom 14.Oktober 2009:
Sehr geehrte, liebe Frau Riesener,
vielen Dank für Ihre Mail vom 11.10. Ich habe Ihr Manuskript inzwischen bis zur Seite 70 gelesen. Dabei musste ich immer wieder Pausen machen, um das Gelesene zu verarbeiten. Es ist schon sehr bewegend, wie Sie sich der Vergangenheit mit den unsäglichen Schicksalsschlägen stellen und immer wieder mutig die Herausforderungen annehmen. Vorbildhaft!
Das über mich Geschriebene dürfen Sie gern ins Buch mit aufnehmen. Dazu erhalten Sie hiermit mein Einverständnis.
Sollte das Buch dann vorliegen, teilen Sie es mir bitte mit, da ich bestimmt einige Exemplare ordern werde.
Morgen werde ich weitere Seiten des Manuskripts lesen. Ich kann Sie nur ermutigen, weiter zu schreiben. Sie sind auf dem richtigen Weg, einmal für Ihren eigenen Frieden, aber, so denke ich, auch für viele zukünftige Leser, welche vielleicht auch ein schweres "Päckchen" mit sich tragen und bisher nicht den Mut aufgebracht haben, sich, so wie Sie, der Sache zu stellen, um mit sich und der Situation in Einklang zu kommen, damit die Zukunft erträglicher wird.
Eine besondere Erinnerung habe auch ich an das Unglück:
Nachdem ich damals davon erfuhr, musste ich gleich daran denken, dass ich mit dem gleichen Zug "Flensburg - Düsseldorf" von Mitte 1971 bis Ende 1972 fast jeden Freitag von meinem Bundeswehrstandort Neumünster/Holst. heim nach Recklinghausen gefahren bin. Das hat mich nach dem furchtbaren Ereignis gleichermaßen erschreckt und bedrückt.
Ihnen, liebe Frau Riesener, wünsche ich nun weiterhin viel Mut und Durchhaltevermögen zum Weiterschreiben.
Mit freundlichen Grüßen
MEDIENHAUS BAUER, Marl
Verlag J. Bauer KG
Norbert Biewald, Archiv
vielen Dank für Ihre Mail vom 11.10. Ich habe Ihr Manuskript inzwischen bis zur Seite 70 gelesen. Dabei musste ich immer wieder Pausen machen, um das Gelesene zu verarbeiten. Es ist schon sehr bewegend, wie Sie sich der Vergangenheit mit den unsäglichen Schicksalsschlägen stellen und immer wieder mutig die Herausforderungen annehmen. Vorbildhaft!
Das über mich Geschriebene dürfen Sie gern ins Buch mit aufnehmen. Dazu erhalten Sie hiermit mein Einverständnis.
Sollte das Buch dann vorliegen, teilen Sie es mir bitte mit, da ich bestimmt einige Exemplare ordern werde.
Morgen werde ich weitere Seiten des Manuskripts lesen. Ich kann Sie nur ermutigen, weiter zu schreiben. Sie sind auf dem richtigen Weg, einmal für Ihren eigenen Frieden, aber, so denke ich, auch für viele zukünftige Leser, welche vielleicht auch ein schweres "Päckchen" mit sich tragen und bisher nicht den Mut aufgebracht haben, sich, so wie Sie, der Sache zu stellen, um mit sich und der Situation in Einklang zu kommen, damit die Zukunft erträglicher wird.
Eine besondere Erinnerung habe auch ich an das Unglück:
Nachdem ich damals davon erfuhr, musste ich gleich daran denken, dass ich mit dem gleichen Zug "Flensburg - Düsseldorf" von Mitte 1971 bis Ende 1972 fast jeden Freitag von meinem Bundeswehrstandort Neumünster/Holst. heim nach Recklinghausen gefahren bin. Das hat mich nach dem furchtbaren Ereignis gleichermaßen erschreckt und bedrückt.
Ihnen, liebe Frau Riesener, wünsche ich nun weiterhin viel Mut und Durchhaltevermögen zum Weiterschreiben.
Mit freundlichen Grüßen
MEDIENHAUS BAUER, Marl
Verlag J. Bauer KG
Norbert Biewald, Archiv
Mittwoch,
14. Oktober 2009:
Am Sonntag habe ich all die lieben Menschen
angeschrieben, die mich dieses Jahr bei meiner Reise in die Vergangenheit
begleitet haben. Ich will Dankeschön
sagen für all die Anteilnahme und für den Beistand.
Gerade habe ich die ersten Reaktionen
gelesen und bin sehr erstaunt, welchen Eindruck mein Geschriebenes bei den
Menschen hinterlässt. Da es mir in den letzten zwei / drei Monaten viel, viel
besser geht, und wenn ich lese und höre, was die Menschen über meine Geschichte
denken, zeigt mir, dass es genau der richtige Weg ist, den ich dieses Jahr
eingeschlagen habe. Auch wenn es nicht immer leicht war und es mir zeitweise
echt schlecht ging. Zum Schluss habe ich so viel dazugewonnen. Und dafür bin
ich unendlich dankbar. Das kann ich nicht oft genug sagen. Ich fühlte mich
keine Sekunde lang allein gelassen mit meinem Kummer. Ganz im Gegenteil:
Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude!
Sonntag,
18. Oktober 2009:
Ich wache auf. Die Sonne scheint. Meine
Katzen liegen schnurrend neben mir. Ich schaue auf die Uhr. 8.35 Uhr. Perfekt.
Ich fühle mich ausgeschlafen. Es geht mir gut. Ich stehe auf. Dabei überlege
ich mir, dass heute der richtige Tag wäre, um Oma und Opa die Steinherzen zu
bringen.
Eines der Steinherzen habe ich ja bei Mama
an der Unfallstelle niedergelegt. Eins soll Papa bekommen, wenn ich mit Anja
nach Viersen fahre. Wir Geschwister werden je eines der Herzen haben. Anja hat
ihres schon. Sie hat es mit dem Stein vom Unfallort in einer kleinen Schachtel
bekommen. Solch eine Schachtel werde ich Marcus beim nächsten Treffen
überreichen. Ich habe natürlich auch eine kleine Schachtel. Und heute sollen
Oma und Opa ihr Steinherz bekommen.
Nach dem Frühstück mache ich mich auf den
Weg. Es ist ein sehr schöner Herbsttag. Blauer Himmel. Goldene Bäume. Klare
Luft. Ich liebe es, an der frischen Luft zu sein. Der Friedhof ist nicht weit
von meiner Wohnung entfernt. Ich laufe ungefähr zehn Minuten dort hin.
Dann komme ich am Grab an. Ich entferne
erst einmal das ganze Laub vom Grabstein und den Pflanzen. In Gedanken sage ich
Oma und Opa „Hallo“. Ich hole die Herzen aus der Jackentasche und lege sie
unter den Grabstein. Ich schenke Oma und Opa ein Lächeln und spüre eine innere
Ruhe und Zufriedenheit in mir. Ich denke an die vielen schönen Momente,
die mir Oma und Opa geschenkt haben. Ich bin dankbar für ihre Fürsorge – ihre
Liebe. Ich schaue mich um. Ich sehe Bäume, die ihre Blätter fallen lassen. Ich
spüre die noch wärmende Sonne in meinem Gesicht. Es riecht nach Herbst. Die
Natur zeigt sich von ihrer farbenfrohsten Seite. Grüne, rote und goldene
Blätter überall. Dann schaue ich wieder auf das Grab. Die Erika steht in voller
Blüte. Dann ist es Zeit wieder zu gehen. Ein „Tschüss, Ihr Lieben“ in Gedanken
und ich mache mich auf den Weg nach Hause.
Ich atme tief ein. Ich liebe diesen
Herbstduft. Diese Farben. Bald wird alles grau sein. Ich genieße den
Augenblick. Dann sehe ich am Wegesrand
eine Katze. Sie ist sehr schön. Ihr Fell hat drei verschiedene Farben. Ich
meine mich zu erinnern, dass diese Katzen auch Glückskatzen genannt werden. Sie
kommt sofort auf mich zu. Sie maunzt und schaut mich mit ihren schönen grünen
Augen erwartungsvoll an. Ich bücke mich und sage: “Hallo Du schöne Katze.“ Sie
streicht mir um meine Beine. Wir schmusen. So etwas habe ich noch nie erlebt,
dass eine fremde Katze so intensiv und innig mit einer Fremden schmust. Sie ist
wohlgenährt. Sie scheint noch jung zu sein. Ein sehr schönes Tier. Ich versuche
ein paar Bilder mit meinem Handy von ihr zu machen, doch sie stellt sich immer
wieder auf die Hinterbeine, stützt sich an meinem Oberschenkel ab und schmust
und erzählt und schmust und erzählt. Total süß! Sie hat sofort mein Herz
erobert. Dann verabschieden wir uns. Ich drehe mich noch einmal nach ihr um.
Sie zwinkert mir mit beiden Augen zu. Dann gehe ich nach Hause.
Ich hatte eine echt stressige Woche. Ich
habe die Weihnachtsware aufgebaut. Meine kleine Schwester hat im Moment eine
schwere Zeit und ich versuche, ihr als große Schwester beizustehen. Das
Finanzamt wollte unberechtigt über 500,-- € von mir, das klärt aber zurzeit der
Lohnsteuerverein für mich. Gestern war ich irgendwie sehr empfindlich und der
ein oder andere Kunde nervte mich ganz schön (Zum Glück bin ich ruhig
geblieben. Das wäre früher anders gewesen). Da ich in eineinhalb Wochen an
meinem freien Tag zu meinem Arbeitgeber fahre, muss ich die eine oder andere
Erledigung vorziehen. Ich fahre sehr gerne dort hin, doch so eine Aktion bringt
einen bei den Arbeitszeiten im Einzelhandel ganz schön ins Schleudern.
Alles in Allem: es war diese Woche echt
stressig. Aber: im Gegensatz zu früher bin ich relativ ruhig geblieben. Und das
Wichtigste: ich habe trotz allem nichts von meiner positiven Energie eingebüßt.
Ich war fröhlich, gut drauf und dachte mir nur: „Das wird schon wieder. Alles
wird gut!“ Ich bin froh, dass ich nicht mehr so schnell wie früher aus der Haut
fahre. Ich denke es liegt daran, dass ich durch meine Reise in die
Vergangenheit viel gelernt habe. Vor allem erst einmal abwarten. Sich nicht
maßlos über Dinge ärgern, die ich eh nicht ändern kann. Und immer das Beste aus
jeder Situation herauszuholen. Ich bin eindeutig durch diese Reise gereift.
Erwachsen geworden. Ich habe mich selber besser kennengelernt. Ich bin ruhiger
geworden. Der innere Druck ist weg.
Danke, dass ich den Mut und die Kraft für diese Reise hatte. Danke für
all das Schöne, was am Ende meiner Reise steht und mich mit offenen Armen
empfängt. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und ich bin bereit dafür.
Ich habe mir fest vorgenommen, weiterhin an
mir zu arbeiten. Auf meine innere Stimme zu Hören. Mich von Allem, was mir
unnötige Energie raubt, fernzuhalten. Alte Gewohnheiten, die mir nicht gut tun.
Zum Beispiel über andere Menschen zu lästern. Nur weil sie anders denken,
fühlen und handeln als ich. Ich bin nicht der Maßstab aller Dinge. Jeder Mensch
hat seine eigene Art sein Leben zu leben. Das sollte man akzeptieren. Alles
andere raubt Energie und bringt einem nur Böses.
Ich möchte mich von Menschen fernhalten,
die nur negative Energie in sich tragen. Ich kann sie inspirieren, sich oder
ihr Leben zu ändern, aber ich kann nicht den Menschen ändern. Da muss jeder von
ganz alleine drauf kommen, auch wenn der Weg dorthin sehr schwer ist. Ich will
weiterhin optimistisch durch mein Leben gehen. Mit Begeisterung und Freude am
Leben. Die Augen und Ohren offen halten für die schönen Dinge, die einem jeden
Tag widerfahren. Ich wette, es gibt täglich mindestens 100 schöne Dinge, denen
wir begegnen. Wir haben nur verlernt, sie bewusst wahrzunehmen, uns daran zu erfreuen und dankbar zu sein.
Stattdessen stürzen wir uns lieber auf die negativen Dinge. Steigern uns in sie
hinein. Immer und immer wieder. Geben uns Klatsch und Tratsch hin, anstatt uns
auf die Wahrheit zu konzentrieren. Wir lassen dabei völlig außer Acht, dass
jede Geschichte mehrere Wahrheiten haben kann. Wahrscheinlich, um über unsere
eigenen Schwächen hinwegzugehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass alles Gift,
das man verteilt, auf irgendeine Art und Weise wieder zu einem zurückkommt.
Außerdem versprüht es negative Energie. Alles Gute hingegen, was man von Herzen
gibt, bereichert um ein Vielfaches.
Das wird bestimmt nicht immer leicht sein.
Jeder, der mich persönlich kennt, darf mich gerne –sehr gerne – an diese Sätze
erinnern, wenn ich mal von meinem Weg abweiche. Denn oft genug ist man ja so
mit sich selbst beschäftigt, dass man es manchmal gar nicht merkt, wenn man
anderen Menschen oder/und sich selbst Unrecht tut.
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