Sonntag,
26.Juli 2009:
Auch wenn heute ein Blümchentag ist und die
Sonne scheint, bin ich nicht so gut drauf. Ich bin heute sehr nachdenklich.
Brauche Ruhe, die ich mir auch gönne. Umso mehr hat mich die E-Mail von Ronny
gefreut. Ich war heute Morgen schon spazieren. Das muss sein, bei solch schönem
Wetter. Der Sommer geht immer so schnell um. Wie alles, was schön ist.
Noch drei Wochen, dann habe ich drei Wochen
Urlaub. Dann werde ich auf alle Fälle ein paar Tage am Meer verbringen. Da
freue ich mich schon sehr drauf.
Heute Morgen hatte ich so eine Art
Eingebung. Wenn alles mit dem Schreiben so läuft, wie ich es mir vorstelle,
werde ich in der nächsten Silvesternacht das Buch zu Ende bringen. Dann habe
ich genau ein Jahr geschrieben und recherchiert. Ein Jahr ist eine gute Zeit um
ein Resümee zu ziehen. So wie es
aussieht, wird dann das Jahr 2009 für mich eines der wertvollsten Jahre meines
Lebens. Mal sehen was sich in den nächsten fünf Monaten noch so tut. Im neuen
Jahr ist dann genug Zeit um einen Verlag zu finden.
E-Mail
vom 7.August 2009:
Hallo Iris!
Ich habe mir
gerade Zeit genommen Dein Buch ein wenig zu lesen! Es ist sehr viel
passiert, in der kurzen Zeit. Die an Dich geschriebenen E- Mails haben
mich sehr emotional berührt! Für mich war das Lesen gerade wie eine geballte
Ladung. Das Lesen! Wie ist es dann Dir ergangen, dies alles zu erleben und
schriftlich festzuhalten? Kein Wunder, dass Du "schwächelst" ...
Lerne auch (Du hast schon viel gelernt) Dir eine Auszeit zu nehmen! Dein
Schicksal rennt Dir nicht weg! Ruh` Dich aus, Iris! Richtig - nicht nur
im Kopf! Ich wünsche Dir gute Besserung! Schlaf (endlich) gut...Gute
N8! LG! Pina
Sonntag,
16. August 2009:
Nun habe ich drei Wochen Urlaub vor mir. In
diesem Urlaub werde ich es machen wie im Mai. Eine Mischung aus Erholung, Zeit
mit Familie und Freunden verbringen, und natürlich Schreiben und recherchieren.
Nächste Woche fahre ich erst einmal ein paar Tage ans Meer. Da freue ich mich
riesig drauf. Ich liebe das Meer.
Ich werde heute eine E-Mail an M. (den Sohn
des Zugführers) schreiben und an Marcus. Ich hoffe, dass ich mich mit Beiden,
natürlich getrennt voneinander, im Urlaub mal treffen kann.
Ein Treffen mit Herrn Geling ist im Urlaub
auch geplant. Es hat sich viel getan seit Februar. Es gibt viel zu berichten. Zum Teil war es
echt hart, aber ich bin froh, dass ich mich endlich meiner Vergangenheit
stelle. Ich habe es keine Sekunde bereut. Ich habe eine Menge über mich selbst
gelernt, eine Menge begriffen – aber auch noch eine Menge Arbeit vor mir. Wobei
ich denke, dass ich das Gröbste bereits geschafft habe. Das ein oder andere
Tief wird es bestimmt noch geben. Doch zum Glück überwiegen die Hochs. Und das
ist gut so.
Dienstag,
1.September 2009:
Es ist kaum zu glauben. Zwei Wochen und
zwei Tage von meinem Urlaub sind schon um.
Mann – war das eine geile Zeit. Ich habe
ein paar Tage an der Nordsee in Holland verbracht, ich habe Zeit mit Familie
und Freunden genossen, es schien fast jeden Tag die Sonne. Keine Arbeit, keine
Recherchen, kein Schreiben. Einfach nur Spaß haben und den Kopf frei bekommen.
Das ist mir total gelungen. Urlaub pur!
Es gibt zwei Dinge, die sich in dieser Zeit
ereignet haben. M., der Sohn des Zugführers, hat mich gestern Abend angerufen.
Ich hatte solch einen Bammel vor dem Gespräch. Und als es endlich soweit war,
war es gar nicht so schlimm. Da kann man mal wieder sehen, wie einem die
Fantasie, die eigenen Gedanken, einen Streich spielen können. Am 20.September
werden wir uns mit Reinhard P. treffen. Mit Reinhard an meiner Seite habe ich auch
keine Angst vor diesem Treffen. Er hatte diesen Kontakt ja vor wenigen Monaten
hergestellt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Ich habe beschlossen, die letzten
Urlaubstage weiter zu genießen. Ich werde am Wochenende noch mal nach Holland
an die Nordsee fahren. Ich fahre schon seit 2003 in den Sommermonaten übers
Wochenende nach Wijk aan Zee. Ich liebe dieses Dorf. Ich liebe das Meer. Es
gibt mittlerweile auch dort liebe Menschen, die ich in mein Herz geschlossen
habe. Es ist ein Ort zum Kräftetanken. Es ist ein Ort zum Wohlfühlen. Ich liebe
den Moment, in dem wir ins Dorf rein fahren, ich die große Weide sehe, die
Dünen, die Kirche. Ich liebe es, wenn ich aus dem Auto steige und ich die Meeresluft
schnuppern kann. Ich liebe jede einzelne Minute am Strand. Ich liebe die
Momente, die ich dort mit lieben Menschen verbringe, auf die ich mich jeden
Sommer wieder freuen kann. (Ich bemerke gerade mein dickes Grinsen beim
Schreiben…) Ich liebe es, Zeit mit Freunden dort zu verbringen, die diesen Ort
auch fast genauso lieben, wie ich es tue. Danke, dass ich vor sechs Jahren
diesen Ort kennen und lieben lernen durfte. Dieser Ort wird immer einen
besonderen Platz in meinem Herzen haben.
Es geht mir dabei die eine oder andere
Situation durch den Kopf. Situationen auf der Arbeit, aber auch im privaten
Bereich. Ich habe hin und wieder Schwierigkeiten in meinem persönlichen Umfeld.
Ich habe mich in den letzten Jahren sehr verändert. Meinen Freundes- und
Bekanntenkreis habe ich komplett umgekrempelt. Das war genau richtig so. Von
all den lieben Menschen, die ich nun in meinem persönlichen Umfeld habe, möchte
ich keinen mehr missen. Das passt! Aber hin und wieder stoße ich an meine
Grenzen. Es gibt nur wenige Menschen, die solch schwere Schicksalsschläge
erleiden mussten wie ich. Zum Glück! Doch für mich macht es das „Miteinander“
manchmal sehr schwer. Solche Schicksalsschläge prägen. Dann kommt noch hinzu,
dass es dann noch nicht jeder schafft, solche Erlebnisse so positiv zu nutzen.
Sofern man das sagen kann. Ich will mich auch nicht loben oder so, aber ich
merke halt immer wieder, dass ich in vielen Punkten anders bin. Ich schäme mich
fast dafür, aber es gibt so oft Situationen, wo ich denke:“ Meine Gott ist die
/ der doof. Selber schuld!“ Oder „ Anstatt zu jammern solltest Du endlich mal
Dein Leben in die Hand nehmen!“ Oder „Es sind nicht immer nur die anderen schuld!“
Ich weiß, das klingt überheblich. Das tut
mir auch leid. Aber manchmal kann ich nicht anders. Und es nervt einfach nur.
Immer nur jammern und nichts dafür tun, dass es besser wird. Immer die Schuld
bei den anderen suchen. Das nervt. Oft sage und zeige ich das dann auch
ziemlich deutlich.
Ich will und muss in Zukunft lernen, mich
zurückzuhalten und mich nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Andere Menschen
brauchen auch Platz und Raum für ihre Weiterentwicklung. Ich sollte dabei
besser helfen und zur Seite stehen. Ich muss toleranter, flexibler und
rücksichtsvoller werden. Dankbar dafür sein, dass ich die Schicksalsschläge für
meine Entwicklung genutzt habe und nicht an ihnen verzweifelt bin.
Ich möchte ja schließlich auch nicht, dass
man sich mir gegenüber so verhält. Ich sollte all meine Lebenserfahrung nutzen,
indem ich meinen Mitmenschen Mut gebe, Trost spende und sie inspiriere.
Ich ziehe mich nur selber runter, wenn ich
solch überheblichen Gedanken habe. Manchmal hasse ich mich dafür. Solch
negativen Gedanken und Gefühle kosten nur unnütz Energien. Sie schaden mir. Ich
sollte mich besser immer auf das Positive in allen Situationen und bei meinen Mitmenschen
konzentrieren. Ich weiß, dass ich das kann. Denn ich beherrsche meine Gedanken
und Gefühle. Ich allein.
Ich hoffe, ich schaffe das. Es wird seine
Zeit dauern. Aber für irgendetwas muss doch solche eine Lebensgeschichte gut
sein…Wenn ich wieder mal solche Gedanken habe, denke ich einfach darüber nach,
wie ich noch vor ein paar Jahren war.
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